ZL0400 (ZL3)
Übersicht |
| Legierungscharakterisierung |
Die "kupferfreie" Feinzink-Gusslegierung ist im Bereich der genormten Druckgusslegierungen diejenige mit der niedrigsten Festigkeit, aber einer besonders guten Umformbarkeit. Die Oberflächenhärte (Brinellhärte HB) von Gussstücken, die aus dieser Legierung im Druckgussverfahren gegossen sind, liegt signifikant niedriger als bei den anderen genormten Druckgusslegierungen. |
Aufgrund des fehlenden oder nur sehr geringen Kupferanteils ist die Maßbeständigkeit sehr gut, d.h. Gussstücke aus dieser Legierung weisen nahezu keinerlei Schwindung auf, da es zu keinen Ausscheidungsvorgängen von Kupfer im Kristallgefüge kommen kann. |
| Die Korrosionsbeständigkeit von nicht zusätzlich galvanisch veredelten oder organisch beschichteten ("lackierten") Gussstücken aus dieser Legierung ist etwas geringer als bei den anderen genormten Legierungen, da sich ein Kupfergehalt ab ca. 0,7 Gew. % günstig auf das Korrosionsverhalten auswirkt. |
Gussstücke aus dieser Legierung lassen sich gut polieren und gut galvanisch veredeln, bis hin zum Hochglanzverchromen; sie können mit allen Verfahren mit geeigneten Beschichtungsstoffen beschichtet (lackiert") werden. |
| Einsatzgebiete |
| Die Legierung ZL0400 wird für Gussstücke eingesetzt, die eine besonders große Bruchdehnung aufweisen müssen oder die durch Biegen, Bördeln oder Verpressen angegossener Nietzapfen besonderen Umformungsbeanspruchungen unterworfen werden sollen und die dabei keine besonderen Festigkeiten aufweisen müssen (Zugfestigkeiten bis ca. 250 - 300 N/mm 2). |
| Gießtechnische Hinweise |
| Die Legierung ZL0400 gehört zu den sog. untereutektischen Legierungen der "ZAMAK-Gruppe", welche alle vorzugsweise im Warmkammer-Verfahren vergossen werden, jedoch auch für Kaltkammermaschinen geeignet sind. |
| Die Tiegeltemperaturen (Warmkammer-Maschinen) sollten im Bereich zwischen ca. 400 und 420 °C liegen; die Legierung ist im flüssigen Zustand sehr stabil gegen ein Entmischen, d.h. wenn der Tiegel nicht aufgrund einer planmäßigen oder unvorhergesehenen Temperaturabsenkung "einfriert", bleibt die Legierungszusammensetzung exakt entsprechend derjenigen des eingesetzten Blockmetalls in allen Tiegelzonen konstant. Die Legierungszusammensetzung ändert sich auch nicht durch mehrmaliges ordnungsgemäßes Umschmelzen, z.B. von Umlaufmaterial, sofern die Schmelztemperatur unterhalbmaximal 450 °C bleibt und gegebenenfalls die wieder eingeschmolzene Menge mechanisch durchmischt wird (umrühren). |
| Quelle: Zinkberatung Ingenieurdienste GmbH, Düsseldorf - Dr.-Ing. W. E. Kallenberger – e-Mail: zid-duesseldorf@t-online.de |