ZL0410 (ZL5)
Übersicht |
| Legierungscharakterisierung |
Die Feinzink-Gusslegierung ZL0410 ist die im deutschen Sprachraum mit großem Abstand am meisten eingesetzte Druckguss-Legierung, so dass man durchaus von der "Standardlegierung" sprechen kann. Sie vereint ausreichende Festigkeit mit guter Gießbarkeit und guter Um- formbarkeit. Die Oberflächenhärte (Brinellhärte HB) von Gussstücken, die aus dieser Legierung im Druckgussverfahren gegossen sind, liegt etwas niedriger als bei den höher kupfer- oder höher aluminiumhaltigen genormten Druckgusslegierungen. |
| Aufgrund des mit ca. 1 Gew. % geringeren Kupferanteils ist die Maßbeständigkeit etwas besser als bei der ZL0430. Die Schlagbiegezähigkeit bei Raumtemperatur ist derjenigen der anderen genormten Druckgusslegierungen überlegen. Die Korrosionsbeständigkeit von nicht zusätzlich galvanisch veredelten oder organisch beschichteten ("lackierten") Gussstücken aus dieser Legierung ist etwas besser als bei der "kupferfreien" Legierung ZL0400, da sich ein Kupfergehalt ab ca. 0,7 Gew. % günstig auf das Korrosionsverhalten auswirkt. |
Gussstücke aus dieser Legierung lassen sich gut polieren und gut galvanisch veredeln, bis hin zum Hochglanzverchromen. |
| Einsatzgebiete |
| Die Legierung ZL0410 wird sowohl im dekorativen Guss wie auch im funktionellen Guss für alle Gussstücke eingesetzt, die nicht besondere Festigkeitsanforderungen erfüllen müssen und nicht hinsichtlich der Umformbarkeit optimiert werden müssen. |
Die Einsatzgrenzen liegen bei höheren Anforderungen an die Festigkeit, bzw. bei erhöhter Temperaturbelastung, bei welcher die höher aluminiumhaltigen Legierungen erforderlich sind. Die erreichbaren Zugfestigkeiten liegen im Gusszustand bei ca. 280 - 350 N/mm2, abhängig von den Gießbedingungen. |
Die Schlagbiegezähigkeit bei Raumtemperatur ist derjenigen der anderen genormten Feinzink-Gusslegierungen überlegen. |
| Gießtechnische Hinweise |
Die Legierung ZL0410 gehört zu den sog. untereutektischen Legierungen der "ZAMAK-Gruppe", welche alle vorzugsweise im Warmkammer-Verfahren vergossen werden, jedoch auch für Kaltkammermaschinen geeignet sind. |
| Die Tiegeltemperaturen (Warmkammer-Maschinen) sollten im Bereich zwischen ca. 395 und 415 °C liegen; die Legierung ist im flüssigen Zustand sehr stabil gegen ein Entmischen, d.h. wenn der Tiegel nicht aufgrund einer planmäßigen oder unvorhergesehenen Temperaturab- senkung "einfriert", bleibt die Legierungszusammensetzung exakt entsprechend derjenigen des eingesetzten Blockmetalls in allen Tiegelzonen ohne Rühren oder Durchmischen konstant. Die Legierungszusammensetzung ändert sich auch nicht durch mehrmaliges ordnungsgemäßes Umschmelzen, z.B. von Umlaufmaterial, sofern die Schmelztemperatur unterhalb maximal 450 °C bleibt. |
| Quelle: Zinkberatung Ingenieurdienste GmbH, Düsseldorf - Dr.-Ing. W. E. Kallenberger – e-Mail: zid-duesseldorf@t-online.de |